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Bericht: Andreas in Kurland

Weltwärts in Südafrika: Bitou Family Care

Der folgende Text ist Andreas' Abschlussreflektion seines weltwärts-Freiwilligenjahres in Südafrika:

 

Nun bin ich schon seit fast einem Monat zurück in Deutschland und ich kann wahrlich sagen, dass mir immer mehr bewusst wird, wie wertvoll dieses Jahre für mich gewesen ist. Nicht nur, dass ich wahre Freunde treffen durfte, sondern ich bekam auch die Möglichkeit mich selbst zu verändern und die Welt in einem anderem Licht zu sehen.

 

Als ich mich vor mehr als einem Jahr entschloss diesen Weg zu gehen, hatte ich große Hoffnungen. Ich wollte ein neues Land entdecken, neue Leute treffen und mit meinen Fähigkeiten Menschen helfen. Doch auch wenn ich mich unglaublich auf diese Reise freute, schwang eine gewisse Unsicherheit mit. Sie würde mich auf ungewohntes Terrain führen, außerhalb des gewohnten Umfeldes, rein in eine neue Kultur mit unbekannten Herausforderungen.

 

Letztendlich waren es aber genau diese Herausforderungen, aus denen ich am meisten lernen konnte und die während des Jahres, einen besseren Menschen aus mir machten. So erlebte ich, dass man sich nur wirklich in eine andere Kultur integrieren kann, wenn man bereit ist, seine Vorurteile abzulegen, seine Komfortzone zu verlassen und versucht die anderen Menschen zu verstehen. Ich musste lernen mich in andere Personen hineinzuversetzen und die Welt aus ihrer Sicht wahrzunehmen. Auch wenn dies hieß, in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten, beispielsweise bei dem Versuch die dortige Sprache zu lernen.

 

Die Menschen wissen so etwas sehr zu schätzen und man kommt auf eine gemeinsame Ebene mit ihnen. In Südafrika hatten wir dabei das Privileg sehr viele unterschiedliche Kulturen zu erleben. Einzutauchen in diese kulturelle Vielfalt, großartigen Menschen zu begegnen und die wunderschöne Natur zu entdecken, waren unter anderem meine größten Gewinne. Ich hatte so viele einzigartige Begegnungen und Erlebnisse, die ich niemals vergessen werde.

 

Außerdem konnte ich sehen, dass eine Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn alle Bürger, ungeachtet der Hautfarbe oder der Herkunft, zusammenarbeiten und sich nicht aufgrund von kulturellen Unterschieden bekämpfen. So ist Mandela auf jeden Fall einer meiner Vorbilder geworden, da er es geschafft hat, den Hass zu überwinden und durch Vergebung eine neue Nation aufzubauen.

 

Neben Südafrika an sich, hat mir die Arbeit mit den Kindern am meisten geschenkt. Obwohl es auch hier sehr viele Herausforderungen gab, habe ich so viele Sachen, besonders über mich selbst, gelernt. Einer der wichtigsten Erkenntnisse war, dass man bei dem Versuch ein Kinder Herz zu gewinnen niemals aufgeben darf. Auch wenn man viel Energie und Geduld in sie investieren muss, man bekommt seinen Einsatz hundertfach zurück. Ich habe erlebt, welches Geschenk es ist, für Kinder verantwortlich zu sein und einen positiven Einfluss auf ihre Entwicklung haben zu können.

 

Außerdem erkannte ich wie gut es ist, anderen Menschen zu dienen, sich selbst zurückzunehmen und mal auf den ganzen überflüssigen Luxus zu verzichten. In Deutschland ist einem so oft nicht bewusst, was für ein privilegiertes Leben man führt  und in was für einer Verschwendung man eigentlich lebt. In Südafrika durfte ich meine Perspektive ändern und mir bewusst werden, was wirklich im Leben wichtig ist: Sei für andere Menschen da und versuche dich und die Welt zu verbessern. Sozusagen den Himmel auf die Erden zu bringen. Letztendlich hätte ich jedoch ohne meine guten Freunde und ohne Gottes Gnade niemals so ein erfolgreiches Jahr haben können. Die Freundschaften, die ich in Südafrika geschlossen habe, haben mein Leben verändert und ich konnte sehen was wahre Freundschaft ist. 

 

Am Ende des Jahres kann ich ehrlich sagen, dass ich nicht eine Sekunde die Entscheidung bereut habe. Ich habe so viele Sachen für meine Zukunft gelernt, die ich auch praktisch in Deutschland anwenden kann. Sei es ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, eine Offenheit anderen Kulturen gegenüber oder einfach Dankbarkeit und Nächstenliebe. Die Erfahrungen die ich machen durfte, haben mich entscheidend geprägt und diese Jahr zum Höhepunkt meines bisherigen Lebens gemacht.

 

Ich danke Gott, der APCM und der Bundesregierung, welche mir dieses unglaubliche Jahr möglich gemacht haben.